Der Anteil der Schiene im Schweizer Güterverkehr in der Fläche ist klar ungenügend. Dies beeinträchtigt ebenfalls die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.
Die durch die Alpeninitiative angestossene Schweizer Verlagerungspolitik ist in ganz Europa als Erfolgsmodell bekannt. Betrachtet man wiederum den Güterverkehr in der Fläche, namentlich den Import-, Export- und Binnenverkehr auf Schweizer Boden, kann von Verlagerungspolitik noch keine Rede sein. Der Anteil der Schiene betrug dort im Jahre 2020 klägliche 21 Prozent – Tendenz sinkend. Der Abbau beim Schienengüterverkehr in der Fläche torpediert auch die Verlagerungserfolge im alpenquerenden Transitverkehr.
Laut Prognosen des Bundesamtes für Raumentwicklung wird das Güterverkehr in der Schweiz bis 2040 im Vergleich zum Jahr 2010 um 37 Prozent zugenommen haben. Damit diese Gütermengen nicht auf der Strasse landen, muss der Schienengüterverkehr in der Fläche, allen voran der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), wieder finanziell gefördert und modernisiert werden. In den letzten Jahren offenbarte sich, dass die Politik mit dem Entscheid, im Gütertransportgesetz (GüTG) von 2016 kurzsichtig auf Eigenwirtschaftlichkeit zu setzen, daneben lag. Der EWLV, ein wichtiges logistisches Rückgrat der schweizerischen Wirtschaft von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung, ist betriebswirtschaftlich nicht rentabel und droht, irreversibel zu kollabieren. Die Folgen wären mit bis zu 650’000 zusätzlichen Lastwagenfahrten pro Jahr auf Schweizer Strassen drastisch.
Hier braucht es eine Kehrtwende sowie die notwendigen Investitionen in die technologische Modernisierung des Schienengüterverkehrs in der Fläche!
Einzelwagenladungsverkehr (EWLV)
Im EWLV werden einzelne Güterwagen oder kleine Wagengruppen individuell zusammengestellt, um verschiedene Güterarten zwischen unterschiedlichen Absendern und Empfängern zu befördern.
Güterverkehrswachstum
Der Bund prognostiziert bis 2040 ein Güterverkehrswachstum in der Schweiz von 37 % im Vergleich zu 2010.
Politische Rahmenbedingungen
Das Schweizer Gütertransportgesetz (GüTG) regelt den Güterverkehr und bestimmt so die politischen Rahmenbedingungen.
Die Rolle von SBB Cargo
SBB Cargo ist eine der wichtigsten Anbieterinnen im Schweizer Schienengüterverkehr. Der EWLV wird heute ausschliesslich durch SBB Cargo betrieben und macht 58 Prozent des Schienengüterverkehrs in der Fläche aus. Ganzzüge haben einen Anteil von 30 Prozent, der Kombinierte Verkehr von zwölf Prozent am gesamtschweizer Schienengüterverkehr.
Welche Auswirkungen hat der Güterverkehr in der Fläche auf die Alpen?
Pro Alps setzt sich für einen hohen Schienenanteil im gesamtschweizerischen Güterverkehr ein. Denn ein starkes Gesamtsystem der Bahn stärkt auch die Verlagerung im alpenquerenden Güterverkehr.
Die Schiene ist das umweltfreundlichste und energieeffizienteste Transportmittel in der Logistik – ob in den Bergen oder in der Fläche. Dank des anhaltenden Engagements von Pro Alps beträgt der Schienenanteil am alpenquerenden Güterverkehr derzeit rund 75 Prozent. Im Flachland jedoch schwindet dieser Anteil seit Jahren. Es müssen daher bessere Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr in der Schweiz geschaffen werden – dafür setzen wir uns ein!
Den Transitverkehr bringen wir erfolgreich auf die Schiene. Die Anzahl der Transit-Lastwagen konnte die Schweiz dank der Verlagerungspolitik in den letzten 20 Jahren mehr als halbieren. Beim alpenquerenden Binnen-, Import- und Exportverkehr haben wurden lediglich kleine Fortschritte erzielt. Die Schweiz verursacht mittlerweile über 500’000 der rund 920’000 alpenquerenden Lastwagenfahrten pro Jahr selbst – nur 41 Prozent der registrierten Fahrten entfallen auf den Transitverkehr. Um das gesetzliche Verlagerungsziel der Alpeninitiative zu erreichen ist auch für den gesamten Import-, Export- und Binnenverkehr ein verbindliches Ziel notwendig: Ein signifikanter Anteil muss auf der Schiene abgewickelt werden.
Angesichts des prognostizierten Verkehrswachstums ist eine starke Schiene essenziell. Ohne ambitionierte Massnahmen nimmt die Strasse noch mehr Überhand. Deshalb muss der EWLV wieder finanziell gefördert werden. Investitionen in die technologische Modernisierung des Schienengüterverkehrs sind dabei unabdingbar.
«Wie vor rund 30 Jahren bei der Alpeninitiative und dem alpenquerenden Transitverkehr braucht es nun auch für den Güterverkehr in der Fläche mutige Visionen und ambitionierte Massnahmen.»
Was wir tun
Pro Alps verfügt über fundiertes Fachwissen zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene und bringt dieses mit mutigen Lösungsansätzen regelmässig in den Diskurs ein.
Wir sensibilisieren
Bei Pro Alps ist ein grosses Know-how zur Güterverkehrsverlagerung vorhanden. Wir bringen unsere kreativen und konstruktiven Ideen über Aktivitäten auf verschiedene Kanäle an die Öffentlichkeit – von der Medienarbeit, über Referate bis hin zu Social Media.
Wir überzeugen
Wir machen uns beim Bundesrat, Parlament sowie in der Branche für einen starken Schienengüterverkehr in der Fläche stark. Zudem zeigen wir auf, warum ein konkretes und verbindliches Verlagerungsziel entscheidend ist, um die Entwicklung zu monitoren, Massnahmen zu entwickeln und umzusetzen.
Wir aktivieren
Mit Aktionen mit Betroffenen sowie Politikerinnen und Politikern machen wir auf die grosse Bedeutung eines starken Schweizer Schienengüterverkehrs aufmerksam.
Helfen Sie mit, die Güter auf die Schiene zu bringen.