Schweizer Verlagerung: Rückschläge und neue Weichenstellung
Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs steht stark unter Druck. Der Halbjahresbericht des Bundesamts für Verkehr (BAV) zeigt einen Anstieg der Lastwagenfahrten über die Schweizer Alpen. Zusätzlich ist der Bahnanteil leicht rückläufig. Der Ball liegt nun beim Ständerat, der am 24. September 2024 über drei wichtige Motionen abstimmt, die eine Stärkung der Verlagerung zum Ziel haben. In einer Interpellation wird der Bundesrat zudem aufgefordert, zusätzliche Massnahmen zu ergreifen, um den Alpenschutze zu sichern.
Der jüngste Halbjahresbericht des Bundesamts für Verkehr (BAV) zeigt alarmierende Entwicklungen im alpenquerenden Güterverkehr. Im ersten Halbjahr 2024 stieg die Zahl der Lastwagenfahrten über die Schweizer Alpen um 3,5 Prozent. Besonders am Gotthard-Pass wurden mit einem Anstieg von 5,2 Prozent signifikante Zunahmen verzeichnet. Das BAV nennt eingeschränkte Infrastrukturen durch Baustellen im In- und Ausland, insbesondere auch die Entgleisung im Gotthard-Basistunnel im August 2023, als Grund für die Rückverlagerung von zeit- und qualitätssensitiven Transporten auf die Strasse. Diese Entwicklung widerspricht den Zielen der Schweizer Verlagerungspolitik, die den alpenquerenden Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene verlagern will, um die Umwelt und die Bevölkerung in den Alpen zu schützen. 
Verlagerungspolitik im Ständerat
In der Sommersession hat der Nationalrat die Dringlichkeit zur Stärkung der Verlagerung noch anerkannt. So wurden drei Kommissionsvorstösse zum Verlagerungsbericht 2023 angenommen, die neue und wichtige Impulse für die Güterverlagerung auf die Schiene geben sollen. In der ständerätlichen Kommission wiederum, setzte sich die sparpolitische Argumentation durch und es wurden bloss zwei der drei Motionen angenommen. Die dritte Motion «Für eine stärkere Verlagerung auf mittlere Transportdistanzen» wurde von einer Kommissionsmehrheit abgelehnt. Die Motion will die Verlagerungspolitik stimulieren, ohne Transporte längerer und mittlerer Distanzen gegeneinander auszuspiele. Die Zahlen aus dem Halbjahresbericht des BAV zeigen, dass es nun wichtig ist, dass der Ständerat am 24. September den Kommissionsentscheid korrigiert und die Motion annimmt.